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Unsere Geschichte & Philosophie

Wie alles begann.

Die Idee zu Gefangene helfen Jugendlichen e.V. entstand 1996 in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel durch die Initiative von vier Inhaftierten, die etwas verändern und Jugendlichen den Weg ersparen wollten, den sie selbst gegangen waren. Aus dem Wunsch heraus, eigene Fehler aufzuarbeiten und präventiv zu wirken, entwickelten sie das Konzept der JVA-Besuche mit Jugendlichen. Die Projektkonzeption wurde in Zusammenarbeit mit der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung sowie der Justizbehörde erarbeitet. Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase im Jahr 1999 wurde das Projekt dauerhaft etabliert. Seit 2001 ist GHJ eingetragener Verein und wurde 2005 als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe zertifiziert.

Aufgrund der kontinuierlich hohen Nachfrage nach gewalt- und kriminalpräventiven Maßnahmen bietet GHJ eine Vielzahl zielgerichteter Angebote für Jugendliche an.

Wie alles begann. Ein Einblick in die Idee, den Ursprung und die Wirkung von Gefangene helfen Jugendlichen e.V.

Kriminalität und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen

Nachdem die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten nach dem Höchststand 2016 in den Folgejahren gesunken war, stieg sie mit dem Abklingen der Covid-19-Pandemie ab 2022 wieder deutlich an. Von 2022 auf 2023 nahmen die Fallzahlen um 5,5 % zu und erreichten mit 5.940.667 Fällen den höchsten Stand seit 2016.

Laut dem Bundesministerium des Innern (2025) zeigt sich für das Jahr 2024 ebenfalls eine steigende Tendenz an Gewaltbereitschaft sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen. Im Jahr 2023 waren 12.377 Kinder und 30.244 Jugendliche tatverdächtig bei gefährlicher oder schwerer Körper- bzw. Gewaltstraftat (https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023_node.html). Diese Zahlen verdeutlichen, dass Jugendliche zunehmend in Konstellationen geraten, in denen Straftaten und Gewalt Teil ihres Lebens werden.

Für unseren Ansatz bei GHJ bedeutet das, dass wir da ansetzen, wo die Jugendlichen stehen, um sie realitätsnah in ihrer eigenen Lebenswelt „abzuholen“. Der nachfolgende Einblick in unseren Lösungsansatz verdeutlicht, wie wir dies umsetzen.

Unser Lösungsansatz

KONFRONTIEREN – INFORMIEREN – DISKUTIEREN – SENSIBILISIEREN

Unser Ansatz beruht auf einer Form der Prävention, die Jugendliche durch authentische Begegnungen wirkungsvoll erreicht. Ehemals inhaftierte Personen treten mit Kindern und Jugendlichen in direkten Austausch und sprechen offen über ihre Lebensentscheidungen, deren Hintergründe und die daraus resultierenden Konsequenzen. Dabei entsteht eine besondere Dynamik, die auf Augenhöhe und Transparenz beruht. Die bewusste Konfrontation mit realen Erfahrungen fördert eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken, Fühlen und Handeln. Durch das Informieren über das Leben im Strafvollzug, über Opfererfahrungen und die gesellschaftlichen Folgen von Kriminalität wird ein Bewusstsein geschaffen, welches in anschließenden Diskussionsrunden reflektiert wird. Dadurch werden die Jugendlichen nachhaltig sensibilisiert, um verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen.

Unsere Projekte mit Wirkung

Gefangene helfen Jugendlichen e.V. wurde über die Jahre für das Engagement und die wirkungsvollen Projekte ausgezeichnet. Zu einigen Ehrungen zählen unter anderem:

  • Bündnis für Demokratie und Toleranz (2008)
  • Bundessieger Startsocial (2009)
  • Deutscher Engagementpreis (2020)

Darüber hinaus wurden wir mit weiteren, zahlreichen Auszeichnungen und Förderungen geehrt, unter anderem:

  • Aktiv für Demokratie und Toleranz (2008)
  • PENNY Förderkorb Bundessieger (2018)
  • Hidden Movers Award (2019)
  • Zeigermann Audio GmbH „Schoeps CMIT Spendenmikrofon“ (2022)
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